Steuerkanzlei-Team auf Digitalisierungsmesse 2026 vergleicht TAXarena, StB EXPO und IT-Sicherheitsangebote

Welche Messe passt zu welchem Kanzlei-Ziel? So planen Steuerkanzleien den Digitalisierungs-Messebesuch 2026

Ein Messebesuch lohnt sich vor allem dann, wenn vorher klar ist: Was soll sich dieses Jahr in der Kanzlei konkret ändern – und was soll dadurch besser werden?
Wer nur „mal schauen“ geht, nimmt oft viele Prospekte mit – aber wenig, das wirklich umgesetzt wird.

Der wichtigste Planungsschritt ist deshalb nicht die Ticketbuchung, sondern diese Frage:

„Welches Ergebnis wollen wir bis Jahresende erreichen – und welche Anbieter helfen uns dabei am ehesten?“


1) Zuerst das Kanzlei-Ziel festlegen (möglichst messbar)

Gute Ziele sind so formuliert, dass man am Jahresende sagen kann: „Ja, das hat funktioniert“ – oder „nein“.

Beispiele:

  • Belege schneller verarbeiten (weniger manuelle Schritte, weniger Rückfragen)

  • Mandantenkommunikation ordnen (Portal, Aufgaben, Unterschriften, klare Wege)

  • Ablage/Dateien besser steuern (DMS-Regeln, weniger Suchen, weniger Doppelablagen)

  • Abläufe stabiler machen (Aufgaben, Vertretung, Fristen, klare Standards)

  • IT-Sicherheit verbessern, damit Digitalisierung nicht zum Risiko wird

Tipp: Schreiben Sie vorab 5–10 typische Situationen auf, die heute „Zeit fressen“ (z. B. unvollständige Belege, Rückfragen, fehlende Freigaben, Suche nach Dokumenten). Das wird später Ihre Checkliste an den Messeständen.


Messebesuch planen: kostenlose Checkliste für Steuerkanzleien (PDF)

Damit ein Messebesuch wirklich etwas bringt, lohnt sich eine kurze Vorbereitung. Mit dieser kompakten Checkliste können Sie Ihr Kanzleiziel festlegen, passende Anbieter auswählen und Gespräche strukturiert auswerten. 

Die Checkliste hilft Ihnen dabei, aus einem Messetag konkrete Entscheidungen für Ihre Kanzlei abzuleiten.

PDF kostenlos herunterladen

2) Dann die passende Messe wählen – je nach Ziel

A) Wenn Sie in kurzer Zeit viele Lösungen vergleichen möchten

TAXarena (mehrere Städte)
Die TAXarena ist stark auf Steuerkanzleien ausgerichtet und stellt Lösungen rund um Digitalisierung und Prozessverbesserung in den Mittelpunkt. 2026 findet sie in acht Städten statt: Leipzig, Hannover, Köln, Mainz, München, Hamburg, Stuttgart und Berlin.

Vorteil des Formats: Durch die vielen Termine haben Sie meist eine kürzere Anreise und mehr Auswahl, welcher Messetag am besten in den Kanzlei-Kalender passt.

Alle TAXarena-Termine 2026 im Überblick

Passt besonders, wenn es um Belegfluss, Posteingang, Freigaben, Ablage/Workflows oder Entlastung im Alltag geht.


B) Wenn Sie einen großen Überblick und zusätzlich Vorträge/Austausch möchten

StB EXPO (3 Termine 2026 in Deutschland)
Die StB EXPO ist ein Messeformat mit Ausstellerbereich und Programm – gut, wenn Sie viele Themen an einem Tag „sortieren“ möchten.

Die drei Termine 2026:

  • Köln – 19.03.2026 

  • Hamburg – 24.06.2026 

  • Nürnberg – 24.09.2026 

Alle StB-Expo-Termine 2026 im Überblick

Wichtig für die Planung: Bei solchen Messen kann man vorab prüfen, welche Aussteller dabei sind (und oft auch Programmpunkte). Die StB EXPO weist außerdem auf eine Event-App mit Standplan und Infos hin – ideal, um sich vorher eine Route zu bauen. (tax-tech.de)

Passt besonders, wenn Sie

  • mit mehreren Personen gehen und parallel Stände/Vorträge abdecken wollen,

  • nicht nur ein Einzelthema haben, sondern mehrere Baustellen (Organisation, Tools, Serviceanbieter),

  • Anbieter vergleichen möchten, aber auch Orientierung und Ideen aus Vorträgen suchen.


C) Wenn Sie vor allem „DATEV-nah“ denken und Integrationen prüfen möchten

Dann sind Formate und Inhalte rund um das DATEV-Ökosystem besonders hilfreich (Partner, Integrationen, durchgängige Abläufe). Im tax-tech.de-Veranstaltungskalender 2026 werden entsprechende Termine/Schwerpunkte eingeordnet. (tax-tech.de)


D) Wenn Ihr Ziel heißt: „Digitalisierung ja – aber sicher“

Viele Kanzleiprobleme entstehen nicht durch fehlende Software, sondern durch fehlende Absicherung (Konten, Zugänge, Rechte, Backup, Phishing). Dafür können Sicherheitsmessen/-formate sinnvoll sein – besonders, wenn Sie dieses Jahr Prozesse in die Cloud verlagern oder Mandantenportale stark ausbauen. (tax-tech.de)


3) Vorher planen: Aussteller ansehen und Pflicht-Besuche festlegen

Damit ein Messetag wirklich etwas bringt, sollten Sie vorab:

  1. die Ausstellerliste ansehen (nach Themen sortieren: Belegfluss, DMS, Portal, Kanzleiorganisation, KI, Sicherheit)

  2. 10 Anbieter markieren, die zu Ihrem Kanzlei-Ziel passen

  3. daraus 3 wichtigste Anbieter auswählen, bei denen Sie länger sprechen möchten

  4. Standplan/Programm nutzen und Wege/Zeiten planen (gerade bei großen Messen). (tax-tech.de)

Warum das so wichtig ist: Vor Ort sind die Gespräche kurz. Wer vorher nicht auswählt, verliert Zeit an Ständen, die später sowieso nicht passen.


4) Wer sollte mitgehen?

Am besten 2 bis 4 Personen, damit die Gespräche anschließend nicht an „Informationslücken“ scheitern:

  • Kanzleileitung/Partner (Prioritäten, Budget, Entscheidung)

  • Organisation/Teamleitung (kennt Abläufe und typische Reibungen)

  • IT-/Datenschutz-affine Person (Schnittstellen, Datenhaltung, Rechte, AV-Vertrag)

  • optional: eine Person aus FiBu oder Lohn, die täglich damit arbeitet (Praxischeck)


5) Vor Ort: So wird aus Gesprächen ein umsetzbarer Plan

In drei einfachen Schritten

  1. Erst ein kurzer Überblick: Welche Stände wirken grundsätzlich passend?

  2. Dann gezielt zu den passenden Anbietern: Nur dort Zeit investieren.

  3. Bei den wichtigsten Anbietern genauer nachfragen: Nicht nur „was kann das Tool“, sondern „wie würde das bei uns laufen?“.

Fragen, die jede Kanzlei stellen sollte

  • Welche Schnittstellen gibt es (z. B. DATEV, DMS, Portal)?

  • Wie läuft die Einführung ab (Dauer, Aufwand, wer macht was)?

  • Wo liegen die Daten, wie ist das mit AV-Vertrag/Datenschutz?

  • Wie funktionieren Rollen und Rechte (wer darf was sehen/ändern)?

  • Was lässt sich automatisieren (Beleg, Freigabe, Aufgaben)?

  • Wie sieht das Preismodell aus (Nutzer, Mandanten, Module, Einmal-Kosten)?

  • Gibt es Kanzleien als Beispiel, die ähnlich arbeiten (Größe, Arbeitsweise)?

Tipp: Notieren Sie nach jedem Gespräch sofort drei Punkte:
Nutzen – offener Punkt/Risiko – nächster Schritt (z. B. Demo-Termin).
Sonst verschwimmt nach der Messe alles.


6) Nach der Messe: schnell festlegen, was als Nächstes passiert

  • Innerhalb von 1–2 Tagen ein kurzes internes Gespräch: Was hilft unserem Ziel wirklich – und was nicht?

  • Für die besten 2–3 Lösungen: Vorführung vereinbaren

  • Danach: Test im kleinen Rahmen planen (klarer Umfang, klare Erfolgskriterien)


Fazit:

Ein Messebesuch lohnt sich besonders dann, wenn vorher klar ist, welches konkrete Problem in der Kanzlei gelöst werden soll. Wer Ziele definiert, passende Anbieter auswählt und Gespräche strukturiert auswertet, kann aus einem Messetag echte Umsetzungsimpulse für die Kanzlei gewinnen.

 

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Markus Weins ist Gründer und Geschäftsführer des FFI-Verlags.

Bild: mit KI erstellt (ChatGPT)
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